






Kann man mit einem szenischen Liederabend eine Geschichte erzählen? Natürlich, vor allem eine, die sich für jeden Zuschauer sehr persönlich erschließt. Spätestens seit der umjubelten Hamburger Uraufführung von Franz Wittenbrinks "Sekretärinnen" gibt es den inzwischen auf zahllosen Bühnen und durch so manches Nachfolgeobjekt angetretenen Beweis, dass allein die Auswahl der Lieder, Songs und Schlager und die Art ihrer Interpretation sehr viel über die jeweilige Sekretärin, ihre Träume oder Sorgen, ihr Verliebt- oder Verlassensein, ihre kollegiale Einbindung oder Einsamkeit im Großraumbüro erzählt. Ein Theatererlebnis zwischen Schreib- und Kaffeemaschinen ohne Dialogtext, aber voller Geschichten, die sich durch das erlebbare Miteinander der Sekretärinnen und ihr Verhalten zu jenem männlichen Wesen erzählen, das ab und an in die Computer-Kemenate eindringt, sei es als dienstbarer Geist oder als obskures Objekt weiblicher Begierde ...