


Die Welt ist voll selbsternannter Weltverbesserer! Doch was kommt dabei heraus? Manager beweisen nur noch Führungsqualitäten auf der Tanzfläche beim Bundespresseball, immer mehr Taschendiebe nennen sich Börsenexperten, und die einzigen Weisungen, an die sich Politiker noch gebunden fühlen, sind Überweisungen.
Wein wird zwar noch gelesen, aber immer mehr Bücher gehört, über 40-jährige Frauen gelten jetzt als Nachwuchstalente und Armut heißt in Amerika schon Pre-Richness, also Vor-Reichtum. Dafür bleiben Skat und Golf bei uns gemeinnützig anerkannt, nach der DSL- gibt es bald die Hartz IV-Flatrate und der Flachbildschirm verkörpert das Niveau der Fernsehunterhaltung. Klimawandelanleihen werden zu Renditekillern und Millionen Arbeitslose sind nicht nur reine Einstellungssache. Heute gehört uns noch Deutschland und morgen der ganzen Welt.
Der Dortmunder Kabarettist Hubert Burghardt tranchiert die Gegenwart bis zur Kenntlichkeit präzise und dabei verblüffend komisch. In 120 prallen Minuten mit sardonischen Szenen, launigen Liedern und mutigen Moderationen bringt er ein bisschen Licht in eine Welt, deren Bewohner vor lauter Weltverbesserung nicht mehr nachvollziehen können, wie sie überhaupt noch funktoniert.