















In schlichten, doch ergreifenden Szenen hat Bertolt Brecht exemplarische Alltagssituationen im Nationalsozialismus für die Bühne geschrieben und unter dem Titel FURCHT UND ELEND DES DRITTEN REICHES herausgebracht. Mit einer eigens für die Landesbühne zusammengestellten Auswahl soll nicht nur an eine dunkle Zeit in der deutschen Geschichte erinnert, sondern gezeigt werden, wie Politik in den privaten Bereich eingreift, dass es keinen Rückzug in ein unpolitsches Alltagsleben geben kann: Ob es um den Trick mit dem Kreidekreuz auf der Schulter geht, mit dem der SA-Mann Menschen als vermeintliche Zersetzer im wahrsten Sinne des Wortes ankreidet, um die Rechtsfindung zum Fällen eines Urteils bezüglich eines Überfalls auf einen Juwelierladen, die zur existentiellen Bedrohung des eingesetzten Richters mutiert, um Eltern, die ihrem eigenen minderjährigen Kind zutrauen, als Spitzel gegen sie benutzt zu werden - Brechts Szenen treffen genau ins Mark und geben Stoff, den Zuschauer von der Bühne aus sowohl im Kopf als im Herzen zu berühren.