• Spielzeit 2016 | 2017

Landesbühne Sachsen-Anhalt

Es ist das unbestreitbar größte Verdienst von Frank Hofmann, dass er das Theaterschiff vor dem Untergang rettete. Als erstes änderte er am 5. Mai 1990 den Namen des Theaters. Die Entscheidung, dieses Haus nach Thomas Müntzer zu benennen, war 1953 eine rein politische gewesen. Müntzer hatte nie etwas mit Eisleben zu tun gehabt und mit Theater schon gar nicht. Also beschloss Hofmann, das Theater seiner Funktion nach zu benennen: Landesbühne Sachsen-Anhalt, denn ein Theater, das mehr als die Hälfte seiner Vorstellungen außerhalb der Sitzstadt spielt, ist in der Bundesrepublik eine Landesbühne. Als solche ist sie auch in der Landesbühnen-Gruppe des Deutschen Bühnenvereins, der Dachorganisation deutscher Theater, organisiert.
 
Folgende Strategie half, als Theater zu überleben: In Eisleben – Konzentration auf das junge Publikum, in Zusammenarbeit mit den Schulen; außerhalb – Erweiterung des Spielgebietes in den Westen, denn die Grenze war ja nun offen, und die westdeutschen Zuschauer waren neugierig auf DDR-Theater.
 
Das Eisleber Theater hat die Wende überlebt – vorerst allerdings nur zu einem Drittel, denn es stellte sich bald heraus, dass das Geld nicht mehr für ein Drei-Sparten-Theater reichen würde. Die Gründung eines Orchesterfördervereines, über 30 AB-Maßnahmen ... nichts konnte Musiktheater und Orchester retten. Im Sommer 1993 wurden beide Sparten geschlossen, die Anzahl der Mitarbeiter sank von über 200 vorerst auf 93, später auf 70.
 
Als Ulrich Fischer 1994 die Leitung des Hauses übernahm, fanden sich zum Glück starke Partner, die sich vor und hinter die Landesbühne stellten. Gemeinsam gelang es, das Schiff wieder auf einen erfolgreichen Kurs zu bringen.
 
Grundvoraussetzung war der Kauf des Theaters von seinem belgischen Besitzer. Der Landkreis nahm das auf sich. 1995 wurde der Theaterzweckverband gegründet, um so die Kosten auf mehrere Schultern zu verteilen. Zu den Gründungsmitgliedern Landkreis Mansfelder Land und Lutherstadt Eisleben stieß später die Stadt Hettstedt hinzu. Schließlich schloss der Zweckverband einen öffentlich-rechtlichen Vertrag mit dem Land Sachsen-Anhalt ab, der dem Theater über Jahre einen festen Zuschuss sicherte.
 
Mit vielen Fördermitteln konnte nun endlich eine grundlegende Sanierung und Rekonstruktion des Theaters realisiert werden. Dem Aufbau eines Bühnenturmes, folgten 1995 ein neuer Bühnenfußboden und die neue farbliche Gestaltung des Zuschauerraums. Im Jahr darauf konnte die Bühne des Foyertheaters komplett neu aufgebaut und in den Zuschauerraum Podeste gesetzt werden, die die Sichtverhältnisse deutlich verbesserten.
 
Aus dem Orchesterförderverein ging in jenen Jahren der Förderverein der Landesbühne hervor: die Freunde des Theaters. Mit seinen circa 150 Mitgliedern stärkt der Verein nicht nur die Lobby des Theaters, sondern auch vor allem die Jugendarbeit der Theaterpädagogik. Aber auch Investitionen kann das Theater dank des Vereins immer wieder tätigen. Die jährliche Ausrichtung des Theatersommerfests (mit bis zu 800 Gästen) ist ein Höhepunkt des Vereinslebens und der Spielzeit.
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