• Spielzeit 2016 | 2017

Volltheater

Zu Beginn der 60er Jahre vollzog sich eine große Umstrukturierung in der DDR-Theaterlandschaft. Etliche Theater mussten schließen, die Ensembles wurden auseinandergerissen und umverteilt. So verloren zum Beispiel Staßfurt und Köthen ihre Ensembles.
 
Am 22. Januar 1960 beschloss der Rat des Bezirkes Halle " ... die Umwandlung des Thomas-Müntzer-Theaters Eisleben in ein Volltheater durch Verlegung des Ensembles des Stadttheaters Köthen (...) ab dem 1. August 1960. Schweren Herzens musste der Köthener Intendant Karl Köther (!) sein Musiktheater-Ensemble ziehen lassen – die Eisleber nahmen es freudig auf, kannten sie es ja schon von diversen Gastspielen.
 
Hatte das Thomas-Müntzer-Theater bis dato 70 Mitarbeiter, so wuchs die Zahl nun auf 200, wovon 22 Schauspieler, 16 Solisten (also Sänger), 16 Chorsänger, 10 Balletttänzer und 37 Orchestermusiker waren.
 
Und ein notwendiges Geschenk gab es dazu: "Um den nicht ausreichenden Garderobenraum im TMT zu erweitern, wird der Rat des Bezirkes Halle dem Rat des Kreises Eisleben zweckgebunden aus Lottomitteln 225.000,-- DM zur Verfügung stellen. Die Umbauten sind zum Beginn der neuen Spielzeit 1960/61 fertigzustellen."
 
Diesmal klappte es mit dem Umbau besser. Und so konnte der neue Intendant Herbert Keller am 21. August 1960 das "Volltheater" mit der komischen Oper "Der Waffenschmied" von Albert Lortzing eröffnen.
 
In den folgenden Jahren ging das "Volltheater" in die Vollen. Zwischen 16 und 18 Premieren gab es pro Spielzeit: Schauspiele, Opern, Operetten, Ballett-Abende und Sinfoniekonzerte. Das sollte sich in den nächsten 30 Jahren auch nicht ändern.
 
Schon nach fünf Jahren verließ Herbert Keller Eisleben, um Intendant in Cottbus, später in Dessau zu werden. Richtig berühmt geworden ist er nicht – wohl aber sein Text zu einem Lied, das die älteren Ostdeutschen alle kennen:
 
"Unsere Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer,
Unsere Heimat sind auch all die Bäume im Wald.
Unsere Heimat ist das Gras auf der Wiese, das Korn auf dem Feld,
Und die Vögel in der Luft und die Tiere der Erde
Und die Fische im Fluß sind die Heimat.
Und wir lieben die Heimat, die schöne
Und wir schützen sie, weil sie dem Volke gehört,
Weil sie unserem Volke gehört.“
 
1964 begann die elfjährige Ära des Intendanten Gerhard Neumann. Er fing als Schauspieler in Bernburg an, wo er auch Regie führte. Später war er Dramaturg bei der DEFA, freischaffender Autor, Intendant in Halberstadt und in Quedlinburg, bis ihn sein Weg schließlich nach Eisleben führte.
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