Ensemble

Philip Dobraß

Schauspieler

Biografisches

Die ersten bedeutenden Orte seines Lebens waren Leipzig – dort wurde Philip Dobraß 1985 geboren -, Hemer – dort wuchs er auf und schließlich wieder Leipzig, dahin ging er wieder zurück. Um Unterricht an den Gitarren zu nehmen und musikalische Projekte und Punkbands mit Stimme und Instrument zu unterstützen. Zur Musik kam zunächst das Interesse, diese auch technisch hörbar zu machen: 2005 nahm Philip Dobraß ein Studium zum Toningenieur am SAE Institute Leipzig auf. Bis ihn als Darsteller für den Film „Kevin –Integration eines Mythos“ das Schauspiel erreichte. Aus der Filmrolle und dem darstellenden Spiel am Theater der Jungen Welt in Leipzig wurde der Entschluss, 2009 ein Schauspielstudium an der Theaterakademie Zinnowitz aufzunehmen. Schauspiel oder Tontechnik – das war für Philip Dobraß die Frage. Er entschied sich, für Beides eine berufliche Grundlage zu legen. So qualifizierte er sich nicht nur zum Schauspieler, sondern auch einer Berufsausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik in Anklam. Das Theater und das Spiel ließen ihn aber nicht los und über Stückverträge erspielte er sich 2016 ein festes Engagement im Ensemble der Vorpommerschen Landesbühne Anklam. Mit der Spielzeit 2017 | 2018 sagte Philip Dobraß dem Meer Ahoi und ist nun am THEATER EISLEBEN zu erleben. Dort debütierte er neben diversen Umbesetzungen mit einer Erstbesetzung als Christophe in der spritzigen französischen Komödie „Venedig im Schnee“.

Dies sind die markanten beruflichen Fakten zum Schauspieler Philip Dobraß. Hier einige Antworten, die Ihnen den Menschen Philip Dobraß näher bringen:

Was ist Ihnen wichtig?
Privatsphäre und Ruhe, gute und höfliche Umgangsformen, aufmerksamer Umgang mit Sprache,
Ordnung (von Zeit zu Zeit entdeckt man an mir pedantische Züge); massenuntaugliche und unbequeme Musik und Kunst (Stichwort Grenzgänger und Entdecker, nicht Nachmacher und Schablonen). Der Umgang mit Computern und elektronischen Geräten (den ich von früher Kindheit an schon habe) gibt mir ein Gefühl von Sicherheit.

Ich lese gern Romane von z.B. Tom Robbins oder William S. Burroughs. Lyrik und Dichtung hingegen ist weniger mein Fall. Britischer Humor ist mir der liebste: Monty Python, Dylan Moran oder Ricky Gervais etwa. Aber auch in Deutschland finde ich immer mal wieder guten Witz, wie bei Helge Schneider, Heinz Strunk, Rocko Schamoni oder Max Goldt (Stichwort "aufmerksamer Umgang mit Sprache"). Im Theater bin ich als Zuschauer selten gewesen, möchte aber in Zukunft gerne mehr sehen, jetzt wo fremde Theaterhäuser und Ensembles schneller zu erreichen sind als an der Ostsee.

Wie fanden Sie zur Welt des Theaters?
Zum Theater bin ich aus Neugier gekommen, ein Freund machte mich auf das Casting zum Theaterprojekt "Kinder des Holocaust" aufmerksam, nachdem ich kurz zuvor erstmals für einen Film vor der Kamera stand und Gefallen gefunden hatte am "so tun als ob". Die Übungen und Spiele beim Casting kosteten mich etwas Überwindung, brachten
schließlich Spaß und ich wurde Teil des Teams. Schließlich begann ich Bewerbungen an Schauspielschulen zu schreiben und fand mich wenige Monate später auf der Insel Usedom wieder.
Mein Anspruch an mich dort war alles hinter mir zu lassen, was ich in den vergangenen Jahren gemacht habe und aufnahmefähig zu sein für das, was mir nun gezeigt und beigebracht wird. Ich hatte kaum Theatererfahrungen oder Kenntnis von Texten, berühmten Inszenierungen oder Theaterleuten. Unser Studienjahr, unsere Schauspielklasse war bunt durchmischt und wir haben viel gemeinsam durchgemacht, gelernt, gelacht und gestritten. Die Zeit auf Usedom gehört zu den besten Jahren meines Lebens und ich bin sehr daran gewachsen, auch in den Folgejahren in Anklam als Azubi in der Veranstaltungstechnik. Eine willkommene Abwechslung und ein empfehlenswerter Perspektivenwechsel.

Was ist Ihnen lieber: der Berg oder das Meer?
In den Bergen war ich nie, jedenfalls den Alpen. Skiurlaub usw. habe ich nie gemacht und nie vermisst. Die Ostsee hingegen ist schon mein ganzes Leben lang eine zweite Heimat. Urlaub im Ausland und vor allem Städtereisen mag ich eher nicht, trotz sehr guter Englischkenntnisse. Ich bin von Natur aus wohl eher ein Nesthocker oder ein Geistesreisender und ich habe mich sehr an das Leben in kleinen und beschaulichen Orten gewöhnt.

Was ist leichter: Anfangen oder Aufhören?
Ich habe mir einige Zeit den Kopf über diese Frage zerbrochen und bemerkt, dass mir das Anfangen und das Aufhören darüber Nachzudenken gleichmäßig leicht fallen. Ich glaube es wird belohnt, wenn man sich die Dinge nicht zu schwer macht, d.h.: Erzwinge nicht, was nicht sein soll.