Ein Bericht für eine Akademie

Schauspiel

Gastspiel des Theaters Naumburg

Nach Franz Kafka

Der ehemalige Affe Rotpeter berichtet einer Akademie seine Menschwerdung innerhalb der vergangenen fünf Jahre: Von einer Jagdexpedition aufgegriffen wird er im engen Käfig eines Ozeandampfers nach Europa gebracht und beschließt bereits während der Fahrt, sich dem Menschen anzupassen. Er lernt das Rauchen, Trinken und Sprechen. „Als ich in Hamburg dem ersten Dresseur übergeben wurde, erkannte ich bald die zwei Möglichkeiten, die mir offenstanden: Zoologischer Garten oder Varieté. Ich zögerte nicht.“ Kafkas Bericht für eine Akademie ist eine vieldeutige Parabel über die „Kollateralschäden“ erzwungener Anpassung. Das ist der Preis, den Flüchtlinge, Andersdenkende und Individualisten zahlen, wenn sie Teil einer Ihnen zutiefst fremden Gesellschaft werden wollen: Sie müssen sich bis zur Selbstaufgabe verleugnen. Überleben statt Freiheit. Kafka gilt nicht zu Unrecht als ein schwer zugänglicher Autor. Was den Zuschauer jedoch erwartet, ist nicht allein ein kafkaesker Monolog, sondern ein turbulenter Theaterabend, der die sogenannte „Vierte Wand“, die normalerweise die Bühne vom Zuschauerraum trennt, vergessen macht. Lebensbericht, Musiknummern und exzessive Trinkgelage - der italienische Schauspieler Antonio Gerolamo Fancellu stürzt sich auf Kafkas ungewöhnlichen Helden.

Schauspiel Antonio Gerolamo Fancellu
Am Flügel Berenike Beckhaus
Regie & Ausstattung Stefan Neugebauer  

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