Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny

Oper von Kurt Weill, Text von Bertolt Brecht

Landesbühnen Sachsen

Mit diesem fulminanten Gegenentwurf zur traditionellen Oper gelang Brecht und Weill ein nachhaltig wirkungsmächtiges Werk. Sorgte die Oper bei ihrer Uraufführung 1930 in Leipzig noch für einen der geräuschvollsten Theaterskandale Deutschlands, avancierte sie schon 1931 in Berlin mit 50 Aufführungen zur erfolgreichsten Produktion der Weimarer Republik.

Die aktionsreiche Geschichte um die Gründung und den Untergang einer Stadt hat die Spannung eines klassischen Westerns. Die urbane Vision Mahagonny wird zum Zerrspiegel, vor dem sich die bis heute drängenden Fragen nach der Gestaltung eines funktionierenden Gemeinwesens lustvoll verhandeln lassen. Von Klein-Kriminellen und Glückssuchern wird eine Stadt gegründet, in der Ruhe und Zufriedenheit, Vergnügen und Freizeit das Leben bestimmen sollen und in der die Woche „7 Tage arbeitsfrei!“ bedeutet. Paradiesische Zustände also, doch angesichts der Bedrohung durch einen Taifun wandelt sich Mahagonny unter dem Leitspruch der menschlichen Glückseligkeit „Du darfst“ zu einer Metropole enthemmter Genusssucht und Gesetzlosigkeit. Von nun an lautet die Devise: »Erstens, vergesst nicht, kommt das Fressen, zweitens kommt die Liebe dran, drittens das Boxen nicht vergessen, viertens Saufen so lang man kann. Vor allem aber achtet scharf, dass man hier alles dürfen darf. (Wenn man Geld hat)«. Denn von nun an gilt es in Mahagonny als Verbrechen, kein Geld zu besitzen.

Kurt Weills grandiose Musik zitiert – meist ironisch Klassisches – und Traditio nelles wie Paul Linckes „Schenk mir doch ein kleines Stückchen Liebe“ und Weber's „Freischütz“ ebenso wie Bach'sche Fugen. Dazu Shanty, Blues, Trantella und Bayrische Schrammelmusik. Viele der unsterblichen Lieder haben „Hit“-Status erreicht; der „Alabama-Song“ wurde von Bands wie die „The Doors“ und David Bowie gecovert. 1962 kam die Oper an den Landesbühnen Sachsen erstmalig zur Aufführung und wurde 1995 zum 50jährigen Bestehen des Theaters von Joachim Herz erneut inszeniert. In der Spielzeit 2019/20 wird das Werk anlässlich des 70. Todestages von Kurt Weill zum dritten Mal auf den Spielplan der Landesbühnen kommen.

Regie Manuel Schöbel  

demnächst
  • Sa29.02.
    19:30 Uhr
    GSp(Abo A)Große Bühne