Bolero - Jahresauftakt 2019 am Theater Eisleben

Dreiteiliger Tanzabend mit Musik von Maurice Ravel

Landesbühnen Sachsen

von Carlos Matos und den Gastchoreografen Igor Kirov und Michele Merol

Die Tanzcompagnie der Landesbühnen Sachsen gastiert im Theater Eisleben mit 
„Boléro“ - ein dreiteiliger Tanzabend von Igor Kirov , Michele Merola und Carlos Matos,
mit Musik von Maurice Ravel.

Zwei international namhafte und mehrfach preisgekrönte Choreografen hat Carlos Matos, der Direktor der Tanzcompagnie der Landesbühnen Sachsen, eingeladen, mit ihm gemeinsam einen Tanzabend zu Musik von Ravel zu gestalten – von Klaviermusik über Kammermusik bis hin zum weltbekannten «Boléro» für großes Sinfonieorchester: Igor Kirov aus Mazedonien, den Ballettdirektor und Chefchoreografen des Kroatischen Nationalballetts in Split und Michele Merola aus Italien, den künstlerischen Leiter und Chefchoreografen der 1999 gegründeten MM Contemporary Dance Company aus der Region Emilia in der Emilia-Romagna.

Entstanden ist ein Abend voller Poesie, Melancholie und – Humor.

Dieser Tanzabend ist Maurice Ravel gewidmet, einem Komponisten, der sich durch Experimentierfreudigkeit und schillernde Vielseitigkeit auszeichnet und zu Beginn des 20. Jahrhunderts als bedeutendster französischer Tonschöpfer neben Claude Debussy galt.   Unter anderem steht mit der «Pavane pur une infante défunte» eines der bekannten Frühwerke Ravels auf dem Programm, ein Werk, das 1899 während seines Studiums bei Gabriel Fauré als Klavierstück entstand und 1910 von ihm selbst orchestriert wurde. Dieses Musikstück wird von einem reizvollen Kontrast geprägt: So spielt das Werk mit der Vorstellung, wie sich eine kleine spanische Prinzessin von einem Gemälde des Künstlers Velázques im 16. Jahrhundert bei Hofe wohl bewegt haben mag. Auf diese Weise kokettiert die geschmeidige und elegante Komposition mit dem Thema der Trauer, das dem feierlich schreitenden Hoftanz innewohnt.
Und natürlich darf an einem Ravel-Abend der Boléro nicht fehlen, Ravels populärste Komposition schon zu Lebzeiten. Das Besondere des Werkes, ge­schrieben 1828 für die Ballettkompanie der Tänzerin Ida Rubinstein, ist der gänzliche Verzicht Ravels auf thematische Arbeit. Ein lang gezogenes zweiteiliges, ebenfalls von spanischer Musik inspiriertes Thema erscheint unverändert in 18 Variationen. Das einzige Element der Abwechslung, so Ravel, bringt das orchestrale Crescendo, das sich – intensiviert durch eine harmonische Rückung nach E-Dur – schließlich explosionsartig in einem Akkord der Grundtonart C-Dur löst.

CHOREOGRAFIE : CARLOS MATOS, IGOR KIROV UND MICHELE MEROLA
AUSSTATTUNG : KERSTIN LAUBE
Künstlerische Gesamtleitung:  Carlos Matos
Dramaturgie: Gisela Zürner
Choreografische Assistenz und Inspizienz: Karolina Dieter  

Shadows (Schatten) – Choreografie Igor Kirov
Es tanzen: Anita Suzanne Gregory, Alena Krivileva, Leonardo Germani, Afonso Pereira, Hugo Rodrigues, Mattia Saracino, Brian Scalini

Lacrima (Träne) – Choreografie Michele Merola
Es tanzen: Anita Suzanne Gregory, Alena Krivileva, Joana Martins, Ana Teresa Pereira, Morgan Perez, Leonardo Germani, Afonso Pereira, Hugo Rodrigues, Brian Scalini

Boléro – Choreografie Carlos Matos
Es tanzen: Anita Suzanne Gregory, Alena Krivileva, Joana Martins, Ana Teresa Pereira, Morgan Perez, Leonardo Germani, Afonso Pereira, Hugo Rodrigues, Mattia Saracino, Brian Scalini
Die aktuelle Besetzung entnehmen Sie bitte der Information im Foyer.  

Uraufführung war am  28. April 2018, 19.00 Uhr  

Musik
Shadows – Kaddich von Maurice Ravel in einer Bearbeitung für Violine und Klavier von Lucien Garban aus dem Album «The Ravel Edition» mit Pascal Rogé & Chantal Juillet, Decca 2012;
Trio für Klavier, Violine und Violoncello in a-Moll, 1. Satz «Modéré» aus dem Album «Debussy: Violin Sonata, Cello Sonata / Ravel: Piano Trio» mit Lynn Harrell & Vladimir Ashkenazy & Itzhak Perlman, Decca 1995.
Lacrima – Elektronische Klänge, komponiert für «Lacrima» von Adrien Casalis; Pavane pour une infante défunte aus dem Album «Maurice Ravel, Complete Works for Solo Piano» mit Bertrand Chamayou, Parlophone Records Ltd. 2016; Aus dem gleichen Klavier-Album: Une barque sur l océan, verarbeitet zu einer Collage von Adrien Casalis;
Aus dem gleichen Klavier-Album: Menuet antique. Boléro – Aufnahme aus dem Album «Ravel: Boléro / Daphnis et Chloë» mit dem London Symphony Orchestra unter Arpád Jóo, Arts Productions Ltd 1995.  

demnächst